Hallo
Ich arbeite nun schon eine ganze Zeit an meinem HTPC. Von Anfang war eine komplett passive Kühlung geplant. Anfangs habe ich an einen einfachen Alu-Klotz gedacht, den ich an einen seitlichen Kühler montieren wollte. Danach kamen mir Heatplanes in den Sinn, da diese wahrscheinlich einfacher als Heatpipes zu montieren sind. Schließlich haben mich Uwe, Jürgen und natürlich Martin von einer Heatpipe-Kühlung überzeugt (Vielen Dank auf jeden Fall!).
Das Grundkonzept stand also. Geplant war von Anfang ein kompletter Selbstbau des Gehäuses, da mir die meisten günstigeren HTPC-Gehäuse nicht gefielen. Die besseren hatten entweder keine seitlichen Kühler oder waren einfach zu teuer.
Gehäusebau
Ich werde hier keinen genauen und detaillierten Baubericht abliefern. Nur die wichtigen Facts an ein paar Fotos und Text. Das Grundprinzip sollte recht einfach sein. Bei Ebay habe ich mir 2 große Kühlkörper gekauft, diese zur Verstärkung der Grundseite auf eine 2 mm starke Alu-Platte geschraubt und anschließend Deckel, Boden, Front und Rückseite zu Recht gesägt und mit Alu-Winkeln aus dem Baumarkt zusammen geschraubt. Ein paar Fotos:
Diese Fotos sind bereits etwas älter und entstanden nachdem das Grundgehäuse fertig war. Die Front In der Front sollten neben USB, DVD auch noch ein Card-Reader rein. 2 der Knöpfe (poliertes Alu, Vandalismus Taster waren mir einfach zu teuer.) sind für Reset/Power, die anderen werde ich noch anders belegen (z.B. Daten von der eingelegten Speicherkarte kopieren oder so.). Wichtig war mir insbesondere, dass das Gehäuse natürlich stabil ist, in der Front aber auch keine Schrauben zu sehen sind. Und zu guter Letzt sollte es auch wieder vollkommen zerlegbar sein.An der Frontplatte (im Übrigen auch 2mm starkes Alu) habe ich innen unten und an den Seiten daher Alu-Winkelprofile geklebt und diese wiederum an der restliche Gehäuse geschraubt. Das DVD-Laufwerk, der Card-Reader und auch die USB-Schnittstellen habe ich mit einem kleinen Trick an die Front geschraubt: Aus 1mm starkem Alu habe ich mir eine kleine Halterung gebastelt. Dazu sind einfach die beiden Seiten des Alus nach oben gebogen, so dass das LW daran geschraubt werden konnte. Der Card-Reader ist ganz einfach unter diese Halterung geschraubt (dazu einfach das Gehäuse des Card-Readers geöffnet und 2 Löcher in das Plastik Gehäuse gebohrt.).Diese Halterung ist vorne wieder nach außen gebogen und so an die Front geschraubt. Zusätzlich liegt der Card-Reader noch auf der Querverstrebung.Die 5mm starke zweite Frontplatte verdeckt die Schrauben dieser Halterung und wird so an die 1. Frontplatte geschraubt, dass die Schrauben nur von innen zu sehen sind. Es gibt zwar keinen Taster für die DVD-Schublade, ich habe jedoch ein kleines Loch in silberne Frontplatte gebohrt, durch das man durchstechen kann, um den eigentlichen DVD-Taster zu bedienen. Im normalen Betrieb soll das über eine Fernbedienung geregelt werden. Die Rückseite Zuerst wollte ich ein normales PC-Netzteil verbauen. Daher habe ich eine entsprechende Ausparung in der Rückseite vorgesehen. Als Uwe das Netzteil von Pollin hier vorstellte, war ich sehr begeistert davon und musste unbedingt dieses Netzteil insbesondere wegen der Bauweise und des Preises verbauen. Die Rückseite muss ich an der Stelle für das Netzteil noch einmal überarbeiten, da ich erstmal nur provisorisch ein 1mm starkes Alu-Blech befestigt (die Rückseite ist sonst auch 2mm stark). Der Gehäuseboden: In den Deckel habe ich 2 große Löcher reingesägt, ggf. hätten also auch 2 große 120mm Lüfter Platz gehabt. Um neue Luft nachströmen zu lassen, habe ich typischer Weise auch vorne unter dem DVD-LW und der Festplatte ein Loch reingesägt. Lackierung Da das Gehäuse so ein Wenig langweilig aussieht und gar nicht zum DVD-Player passt, der jetzt eigentlich gar nicht mehr verwendet wird, habe ich das Gehäuse schwarz lackiert. Der DVD Player ist nämlich schwarz. Einzig das Lüftergitter im Deckel sowie das gebürstete Alu vorne an der Front blieben für einen schönen Kontrast in Silber. Lackiert wurde mit einer einfachen Revell Airbrush Pistole (und das mit einem sensationellen Ergebnis, keine Farbläufer etc..) Weitere Fotos:
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| Von oben Blick auf Board, CPU inkl. Kühlung und Netzteil | Frisch lackiert | Noch mal mit Deckel |
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| Und noch mal die Front. |
Die PC-Komponenten
Ursprünglich sollte ein A64 3500+ auf einem MSI-Board mit Geforce 6150 onBoard seinen Dienst in dem HTPC verrichten. Die CPU samt Mainboard hat dann aber meinen Arbeits-PC abgelöst.Entschieden habe ich mich dann für einen AMD Geode, da: 1. sparsam 2. für einen HTPC ausreichend schnell & ggf. gut übertaktbar 3. günstig bei Ebay (15 )4. ein Sockel A Board noch vorhanden war Die restliche Hardware:
- Mainboard: Epox 8RDA3+
- Speicher: 512 MB DDR (Infineon)
- Grafikkarte: Geforce 4 MX
- Festplatte: eine extrem leise WD Scorpio mit 40 GB (und je nach Bedarf 2x 160 GB in einem externen Selfmade-Gehäuse im HIFI-Style und NAS-Server)
- DVD: Brenner (genaue Bezeichnung kann ich noch mal raussuchen)
- TV-Karte: Hauppauge PVR 350 (Derzeit ist das Bild nur schwarz/weiß)
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| Entkoppelte Festplattenhalterung mit HDD |
Die Kühlung
Wie bereits angekündigt, sollter der HTPC absolut passiv sein (von der Festplatte einmal abgesehen
).
NB, Grafikkarte und TV-Karte etc.
Da die Geforce 4 MX eigentlich relativ sparsam ist, genügte hier genau wie bei der TV-Karte ein einfacher kleiner Kühlkörper. Ursprünglich war quasi nur ein Lüfter auf der Grafikkarte montiert (ersetzt durch einfachen kleinen Kühlkörper).
Auch die NB war bei dem Board leider mit einem Lüfter versehen worden. Da leider nur der Lüfter runter ging (der eigentlich KK ist geklebt), habe ich mich für eine zusätzliche Unterbodenkühlung entschieden.
Da ich das Mainboard mit 2,5 cm Distanzstücken auf der Bodenplatte befestigt habe, passte hier ein kleiner Kühler mit einem Wärmeleitpad drunter (ca. 10 x 5 x 2 cm):
Die CPU Das größere Problem war sicherlich die CPU. Alle herkömmlichen Kühler schieden hier von vornherein aus, da ich erstens keinen Lüfter haben wollte und Tower-Kühler wegen ihrer Höhe und Bauweise (Lüftungsloch wäre quasi genau dadrüber) ausschieden. Es sollte schließlich eine Heatpipe-Kühlung werden. Die Heatpipes kommen von einem Kühler aus einem Shuttle - Barebone. Die vielen Kühlerlamellen wurden ganz einfach heruntergeschoben. Die Heatpipes selber habe ich mir vorsichtig zu recht gebogen, so dass sie an dem KK relativ gut verteilt liegen. Mit Hilfe von Kupfer-Fassungen wurden die Heatpipes dann gegen den seitlichen Kühler geschraubt.
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| CPU-Aufsatz mit Heatpipes von oben | Rechts sieht man die Backplatte der CPU Halterung | Kupferfassungen für die Heatpipes |
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| Und noch mal. | Detailaufnahme |
Das Netzteil Das Netzteil selber musste natürlich auch noch gekühlt werden. Es ist quasi wie für das Gehäuse konzipiert worden, es musste ganz einfach gegen den 2. seitlichen großen Kühler geschraubt werden. Gehalten wird das Netzteil mit 2 Alu Stückchen, die letztlich an den Kühler geschraubt sind (siehe Foto). Zwischen Netzteil und Kühler habe ich noch eine dünne Wärmeleitfolie gelegt, da bei genauer Betrachtung die Netzteilkomponenten keinen direkten Kontakt zum Kühler gehabt hätten (das Netzteilgehäuse ist leicht höher als die Komponenten). Außerdem konnte so die weiße Abdeckung runter (dadrunter liegen 110 V !).
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| Netzteil am Kühler |
Temperaturen und Verbrauchswerte
Temperaturen
Von den Temperaturen kann ich nur positives berichten.
Genaue Messwerte von der NB oder Grafikkarte habe ich nicht, aber gerade der Kühler der NB wird nur lauwarm. Der Grafikkartenkühler schon etwas wärmer, aber noch erträglich
. Im offenen Zustand (ohne Frontplatte und Deckel, frei stehend auf einem großen Tisch) kriege ich die Temperatur nicht über 40 °C (Last).
Geschlossen und sehr nahe an einem Schrank (Abstand von KK zum Schrank 0,5 cm (die Seite der CPU)) sieht das etwas anders aus. IDLE Werte sind hier etwa 40 °C und Last etwa 45-48 °C.Das liegt wohl weniger daran, dass jetzt ein Deckel drauf ist, als an dem Abstand KK (der mit der die CPU gekühlt wird) zum SchrankEine Übersicht:
IDLE (Last)
- CPU: 40 °C (45-48 °C)
- HDD: 23 °C (23 °C)
- Grafikkarte : ? (?); aber absolut unbedenklich
- NB: ?, max 40 °C (Fingesenfu), man verbrennt sich absolut nicht die Finger
- TV-Karte: ?
Die Temperaturen sind mit mit SpeedFan ausgelesen. Sicherlich nicht gerade genau, selbst wenn es 10 °C mehr wären, ist das nicht tragisch.Die Temperaturen der Grafikkarte, TV-Karte und NB werde ich demnächst noch einmal nachmessen. Verbrauchswerte Mein Messgerät zeigt leider einen recht hohen Wert von 80 W an (Last, normal 70 W), den ich nicht so ganz verstehen kann. 10 W schluckt allein die TV-Karte. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass die restlichen Komponenten 70 W bzw. im Idle 60W verbrauchen. Der Geode ist mit 14 W angegeben (Durchschnitt). HDD und DVD-Brenner dürften im Idle höchsten 10 W verbrauchen. Den Energiebedarf der Grafikkarte kenne ich nicht. Aber das dürfte auch nicht viel sein, da die Karte genau wie das Board nicht merklich warm wird. Milchmädchen-Rechnung: CPU 14 W (Durschnittswert) Laufwerke max ~10 W (?) Grafikkarte: max 15 W (?) TV-Karte: 10 W Board : 10 W (?) Macht maximal also 60 W, vielleicht 65 W unter Last. Wo sind die anderen 15 W versteckt?Zumal die Temperaturen meiner Meinung nach gegen 80 Watt sprechen. Aber so lange der Verbrauch das einzige Problem ist, kann ich damit leben, da der PC eh nicht ständig durchläuft, sondern nur ab und an im Betrieb ist.
Geräusche
Wie bereits geschrieben, ist das Projekt nahe zu abgeschlossen, da man es nur unter HDD-Last ganz leicht hört (Zugriffe der HDD). Hier wird früher oder später Abhilfe in Form einer Dämmbox kommen. Wer aber schon einmal eine entkoppelte 2,5 " Scorpio gehört hat, weiß wie leise die ist. Vom Netzteil oder Board kann ich derzeit keine Brummgeräusche oder Pfeiftöne heraushören.
To-Do
Eigentlich betrachte ich das Projekt mehr oder weniger als abgeschlossen, da absolut leise bzw. eigentlich unhörbar.
Da man nur noch ganz leise Zugriffsgeräusche der HDD hört (wenn man es hören will
), werde ich da noch eine Dämmbox bauen.
To Do:
- Dämmbox
- ein paar Lötarbeiten (z.B. : abschaltbare Power-LED, unbedingt erforderlich da silent
) - Media Portal konfigurieren
- TV-Karte gängig machen (zeigt nur ein Bild in Grautönen an - wie vor 50 Jahren
) - Vielleicht fällt euch ja noch etwas ein? Über ein paar Ideen würde ich mich sicherlich freuen

Sonstiges
Ich möchte noch mal betonen, dass ich für die ganzen Arbeiten kein Spezialwerkzeug hatte. Einzig Stichsäge, Akkubohrer und Revell Airbrush-Pistole habe ich neben Pfeile, Hammer, Handsäge, Schraubenzieher und Zangen verwendet. Es ist also auch alles ohne ein riesige Werkstatt möglich
.
Mein Dank geht insbesondere an Uwe, Jürgen und Martin, die mir sehr geholfen haben.
Ich freue mich auf jeden Fall auf eure Antworten.
PS: Die ganze Story ist ja jetzt doch umfangreicher geworden als ich gedacht habe (ganz schöne Arbeit
).

Hilfe








































