PC plötzlich instabil
#1
Geschrieben 01. April 2007, 11:31
ich hatte bereits in einem anderen Thread davon erzählt, dort hat man mich in dieses Forum verwiesen. Hier also mein Problem:
Ich hab einen Athlon64-PC (3000+ Winchester-Kern, S939) mit MSI-Mainboard (K8T Neo2 FIR), den ich letztens mal langsam still haben wollte. Daher hab ich zunächst versucht, die CPU-Spannung zu reduzieren und mit SpeedFan die Lüfter langsamer drehen zu lassen. Außerdem hab ich das Netzteil gegen eins ohne Lüfter ausgetauscht. Später hab ich noch die beiden Festplatten gegen eine einzelne (im Quiet Drive) ersetzt. Nach jeder dieser Änderungen war der PC erstmal halbtot, ließ sich nicht mehr booten, erst alle unwichtigen Komponenten (alles außer CPU, 1x RAM und AGP-Grafik) zu entfernen hat das System wiederbelebt. Das ist schonmal sehr nervig. Aber noch schlimmer ist, dass das System nun einfach nicht mehr stabil läuft.
Früher lagen die Temperaturen von CPU etwa bei 40°, der Chipsatz meldete konstant (unabhängig von Belastung) 50 +/-1°. Unter Last ging die CPU auf bis zu 54° hoch. Das war kein Problem, das System lief immer sehr stabil. Jetzt hab ich RMClock bereits wieder deaktiviert und überlasse das C'n'Q wieder dem AMD-Treiber. Als der PC richtig schön leise war, lagen die Temperaturen der CPU bei knapp über 40° und des Chipsatz bei etwa 56°. Weiß nicht, was der alles tut, aber er haut scheinbar selbst beim Nichtstun gut Strom durch. Ohne RMClock hat der PC das ca. 2-4 Tage mitgemacht und ist dann abgestürzt. Machmal half auch kein Reset mehr, musste das Netzteil ausschalten und kurz warten.
Mittlerweile hab ich die Lüfter wieder etwas höher eingestellt, die CPU-Temp ist wieder bei 40°, unter Last bis 56°, der Chipsatz meldet noch zwischen 52 und 53°. Vorhin ist der PC nach 9 Tagen wieder abgestürzt. (Also er läuft etwa 50% der Zeit, den Rest verbringt er im Ruhezustand. Heute nacht hat er ne TV-Aufzeichnung gemacht und lief seit gestern vormittag durchgehend.)
Ich hab keine Ahnung mehr, was das Ding gefressen hat. Windows hab ich erst vor wenigen Wochen neu installiert (auf der neuen Platte). Heute hab ich nach der Warnung meines Bildschirms, dass ihm das DVI-Signal nicht passt, einen völlig verstümmelten Bluescreen gesehen, konnte aber wegen der vielen Lücken nichts verstehen.
Ich hatte vor, demnächst (also eigentlich eher so in nem halben Jahr) den Kram auszutauschen, CPU gegen ein Dual-Core-Modell, wahrscheinlich von AMD, am Besten mit 65 nm (vielleicht brauchen die weniger Strom), mit Passiv-Kühler, und das Mainboard gegen eins von Asus, von dem ich Berichte gelesen hab, dass die Temperatur nicht über 35° steigen würde. (Das Board hat nen Heatpipe-Kühler mit drauf.) Dabei müssten RAM und Grafik ebenfalls ausgetauscht werden, weil ich mit dem, was ich heute hab, nichts mehr anfangen kann (passt nicht mehr). Prinzipiell wollte ich auf eine bessere Verfügbarkeit von 65-nm-CPUs warten, aber wenn das so weitergeht, muss ich wohl oder übel das Board abstoßen, wenn das Teil jede Woche einfach hängenbleibt.
Ist das Altersschwäche? Haben dem Board die 2 Wochen bei 56° nicht gut getan? Wird es nie wieder stabil laufen? Weiß jemand nen Rat, was ich noch versuchen kann?
#2
Geschrieben 01. April 2007, 11:44
(Interessant ist, dass die NumLock-Teste das Licht auf der Tastatur auch im Soft-Off-Modus (4 Sek. auf den Ausschalter drücken) noch steuern kann... Ich glaub das Mainboard ist wirklich kaputt.)
Update: Ach wie schön sind doch reproduzierbare Tests... Keine halbe Stunde später hat das Scrollen im TV-Browser auch einen dritten Absturz verursacht. Diesmal mit halb aktualisiertem Bildschirminhalt, der dann auch bald wieder verschwand. Aber nur, um das nochmal hervorzuheben: Die vorherigen Abstürze haben mit dem TV-Browser (oder einfach nur höchstkomplexen Java-Anwendungen) nichts zu tun, da blieb der PC gerne auch mal nachts oder sonstwann unbeaufsichtigt hängen. Oft auch, wenn vermutlich keine Rechenarbeit anstand (das weiß man bei einem modernen PC aber nie). Jetzt ist der PC-Deckel auf beiden Seiten auf, hoffentlich hilft das. (Das Slotblech unter der Grafikkarte ist schon länger auf, das hat eine frühere Serie von Abstürzen mit grafikintensiven Anwendungen (z.B. Videos schauen) beendet.)
Dieser Beitrag wurde von LonelyPixel bearbeitet: 01. April 2007, 12:18
#3
Geschrieben 02. April 2007, 16:23
Kann das evtl. auch am Netzteil liegen? Wie könnte ich feststellen, ob damit was nicht stimmt? Eigentlich ist es neu und die 300 W (~ 130 W combined) reichen für mein einfaches System locker aus (unter Volllast zieht es grademal 120 W netzseitig, mit RMClock (ebenfalls noch instabil) nur 90 W).
Dieser Beitrag wurde von LonelyPixel bearbeitet: 02. April 2007, 16:25
#4
Geschrieben 02. April 2007, 21:24
Gehen wir von einem Defekt aus:
1. Defekter Kondensator im Netzteil, einfach auszuprobieren (NT tauschen), günstig zu reparieren.
2. Defekter Kondensator auf dem Mainboard, einfache Diagnose (braunes Elektrolyt tritt aus, evtl. ist ein Kondensator ausgebeult), dafür teurer Defekt (neues Mainboard)
3. Ein Kühler (wahrscheinlich Grafikkarte) hat sich gelöst. Reparatur für lau, einfach alle Kühler abnehmen und mit frischer Wärmeleitpaste sauber montieren.
Allerdings bitte ich zu beachten:
Vieles deutet auf eine überhitze Grafikkarte hin. Abstürze stehts bei Grafikanwendungen, schon früher thermische Probleme mit der Grafikkarte, Mainboardgrundfunktionen bleiben erhalten (Numlock). Evtl. ist auch gar nichts mit dem Kühlkörper, die Karte ist vielleicht zu wenig mit Frischluft versorgt.
Was hast du den da für ein Modell drin? Ist die Grafikkarte untertaktet?
Testweise kannst du auch mal im Grafikkartentreiben sämtliche Videobeschleunigungsfunktionen deaktivieren. (WMV-Beschleunigung etc.)
#5
Geschrieben 02. April 2007, 23:44
sollte einer der test jeweils scheitern, dann mit stärkerer kühlung wiederholen
cpu lasttest (stundenlang prime)
ram lasttest (mem86+, bei jeder guten linux distri dabei)
graka lasttest
wenn du diese sachen schon ausräumen kannst, dann sind wir einen guten schritt weiter
#6
Geschrieben 03. April 2007, 07:25
ich hoffe nicht, dass mit dem Netzteil (Amacrox Calmer 300 W) was nicht stimmt. Das ist schließlich neu und ich wollte da erstmal nicht reinschauen.
Bei einer Sichtprüfung konnte ich keine ausgebeulten oder kaputten Kondensatoren finden, sehen alle noch gut aus.
Von Kühlern auf Grafikkarten hab ich keine Ahnung, den hab ich nie angerührt. Ist eine ATI 9250 SE. Der Kühler scheint noch festzusitzen (hab grad mal versucht, dran zu wackeln). Kann ich irgendwie die GPU-Temperatur auslesen? Am Takt hab ich auch nicht gespielt. Bringt es bei PCI-Karten eigentlich prinzipiell soviel, sie kopfüber einzubauen, dass der Kühlkörper oben ist statt unten (wie jetzt)? Das Slotblech drunter ist ja wie gesagt seit einiger Zeit offen.
Also nur bei grafikintensiven Sachen treten die Abstürze sicher nicht auf. Nachts z.B. passiert ja überhaupt nichts, da gibt die GraKa nichtmal ein Signal ab, oder gestern tagsüber muss der Rechner bereits 1-2 Minuten nach dem Einschalten abgestürzt sein, sonst wäre der EPG-Download noch durchgelaufen und der PC hätte sich eine Minute später wieder schlafen gelegt (das hat bisher immer funktioniert). Da war das System praktisch noch kalt.
Den CPU-Lasttest hatte ich im Rahmen der CPU-Spannungstests schon tagelang hinter mir, da erwarte ich keine Probleme mehr.
Speicher- und Grafiktests muss ich mal suchen, da hab ich überhaupt nichts hier.
#7
Geschrieben 03. April 2007, 09:09
CPU: 31...47°
Mainboard: 35°
HDD: 27°
#8
Geschrieben 03. April 2007, 12:25
Lässt du jetzt die Lasttests laufen oder machst du wir vorher weiter ?
Mein System:
Komponenten ------------- Kühlung
Q6600@3,0Ghz@1,17V --- Watercool HEATKILLER 3.0CU
Gigabyte P35-DQ6 -------- NB, SB, Spawas @ Watercool Heatkiller
ATI HD5870 ---------------- EK HD5870 Kupfer/Plexi
4GB GSkill DDR2 1000 ---- Standard Heatspreader
Enermax ModuPro 625W --- Standard Lüfter
WD1000FYPS + Intel Postville 160GB
Silverstone Temjin TJ07 ---- Thermochill PA 120.3 @ Noctua NF-P12-1300
Sonstiges: Lüffis @BigNG, Verschlauchung 11/8, Pumpe: Laing@aquacomputer-Deckel und dicker Schaumstoffdämmung xD, LG Brenner, ONKYO SE-200 PCI Soundkarte
#9
Geschrieben 03. April 2007, 12:48
#10
Geschrieben 03. April 2007, 16:56
fürs ram - memtest86+
und als ergänzung für die graka: rthdribl (einfach mal googlen), oder mit dem "ati tool" (das kann auch die gpu temp auslesen)
#11
Geschrieben 03. April 2007, 18:25
rthdribl funktioniert nicht, meine Karte kann das nicht.
ATITool zeigt mir keine GPU-Temperatur an. Auch sonst kann das Programm wohl nicht viel mehr als Taktraten zu ändern, was ich nicht versucht hab. Vielleicht ist meine GraKa doch zu alt für solche Spielereien.
#12
Geschrieben 03. April 2007, 19:03
Mein System:
Komponenten ------------- Kühlung
Q6600@3,0Ghz@1,17V --- Watercool HEATKILLER 3.0CU
Gigabyte P35-DQ6 -------- NB, SB, Spawas @ Watercool Heatkiller
ATI HD5870 ---------------- EK HD5870 Kupfer/Plexi
4GB GSkill DDR2 1000 ---- Standard Heatspreader
Enermax ModuPro 625W --- Standard Lüfter
WD1000FYPS + Intel Postville 160GB
Silverstone Temjin TJ07 ---- Thermochill PA 120.3 @ Noctua NF-P12-1300
Sonstiges: Lüffis @BigNG, Verschlauchung 11/8, Pumpe: Laing@aquacomputer-Deckel und dicker Schaumstoffdämmung xD, LG Brenner, ONKYO SE-200 PCI Soundkarte
#13
Geschrieben 03. April 2007, 19:50
#14
Geschrieben 03. April 2007, 21:05
Nach den ganzen Spielereien, u.a. dem fusseligen Würfel, hab ich nochmal zum Spaß den TV-Browser gestartet und etwas rumgeblättert. Ich war noch nicht am rechten Rand angekommen, da hing der PC auch schon.
Danach neugestartet, mit Speziallüftung. Jetzt konnte ich minutenlang blättern, ohne dass was passiert wäre. Dann hab ich die Speziallüftung ausgemacht und so lange weitergeblättert, bis das Mainboard wieder 52° erreicht hat. Nichts passiert. Nach 2 Minuten Würfeln hab ich es nochmal versucht, und jetzt blieb der PC wieder nach wenigen Sekunden blättern stehen.
Nächster Anlauf, einen Neustart später. Die Speziallüftung hab ich jetzt ständig angelassen. Diesmal hab ich 10 Minuten gewürfelt, aber selbst danach konnte ich einige Minuten lang blättern.
Kann ich somit zusammenfassen, dass die Grafikkarte ohne Speziallüftung überhitzt und dann bei einer überdurchschnittlichen Belastung (aber nicht dem ATITool-Würfel) den Rechner einfriert? Allerdings erklärt das immer noch nicht die anderen Abstürze, die ohne Benutzerinteraktion und teilweise auch direkt nach einem "Kaltstart" (Aufwachen aus stundenlangem Ruhezustand) auftreten.
Mit Grafikkarten hab ich's aber wohl auch nicht so. Das Vor- (oder Vorvor?)gängermodell, eine Matrox G500, hat lange Zeit treue Dienste geleistet, bis sie irgendwann im Normalbetrieb den Rechner nach 5-20 Minuten lahmgelegt hat. Anfassen konnte man sie dann nicht mehr. Vermutlich Hitzetod. Eine neue Karte hatte damals sofort geholfen. Vielleicht sollte ich die lüfterlose nv7600-Karte von meinem Plan streichen und auf Chipsatz-Grafik setzen...
#15
Geschrieben 03. April 2007, 22:17
ich bin mir noch nicht so sicher, ob es wirklich an der graka liegt.
denn die zusätzliche belastung der graka sollte beim tv-browser sogar geringer (bzw. gleich) sein als beim surfen im internet. insofern verstehe ich noch nicht, wo da der zusammenhang sein soll.
wenn du bei dir noch nen grafik chip onboard hast, dann wäre es auch sehr praktisch den schonmal auszuprobieren. ansonsten hilft es auch, sich eine graka auszuleihen und es mal mit der zu versuchen.
so diffusen problemen kommt man leider meistens nur durch try and error (also komponenten tausch) auf die schliche...
edit: achja, noch eine frage: mit tv-browser meinst du diese open-source software, die epg daten runterläd und sie dir dann quasi in form einer programmzeitschrift präsentiert?

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