1. Komponenten
Gehäuse: Silverstone Sugo SG01 schwarz Netzteil: Seasonic S12-380 Mainboard: Gigabyte GA-G33M-DS2R CPU: Core 2 Duo E6300 RAM: 2GB MDT DDR2-800 Grafikkarte: Xpertvision 8600GTS Festplatte: Samsung HM160HI DVD-Brenner: Samsung SH-S183A
2. Ein kleine Vorgeschichte
Wie einige von euch ja wissen, bin ich Student und pendle regelmäßig zwischen meiner Heimat und meinem Studienplatz hin und her. Da ich aber nirgendwo auf ein entsprechend leistungsfähiges System verzichten wollte, hatte ich mir vor 2 Jahren ein Gaming-Notebook zugelegt. Aus silent-technischer Sicht natürlich ein fataler Fehler, den ich auch bald bereute. Das Gerät war selbst im Leerlauf laut genug, um mir den letzten Nerv zu rauben. Also schaute ich mich nach einer Alternative um. Auf Leistung wollte ich aus Liebe zum Zocken nicht verzichten, Mobilität war auch wichtig und leise sollte es jetzt endlich werden. Als bester Kompromiss aus diesen Vorgaben stellte sich dann ein Cube-Gehäuse heraus und so machte ich mich an die Arbeit... Inzwischen ist seitdem mehr als ein Jahr vergangen und das System hat unzählige Änderungen und Verbesserungen erfahren. Dennoch gibt es immernoch ein paar Feinheiten, die ich weiter verbessern möchte.
3. Das Gehäuse
Das Sugo bietet sehr gute Voraussetzungen für einen leisen PC. Der Netzteillüfter kann direkt vom CPU-Kühler absaugen, es gibt ausreichend Platz für ausladende Grafikkartenkühler und neben dem Mainboard ist genug Platz für eine gedämmte 2,5"-Platte. Ich habe dem Gehäuse ein Bodenloch spendiert, da die Festplatte sonst etwas zu sehr im eigenen Saft kochen müsste. Nachdem ich beim Aufschneiden des Deckels abermals am zu dünnen Material gescheitert bin, habe ich mich spontan entschieden, einen eigenen Deckel aus Streckgitter zu basteln. Dieser sorgt für genügend Frischluft (einen gerichteten Luftstrom bekommt man in so einem kleinen Gehäuse nicht hin, daher am besten so offen wie möglich). Außerdem hat er den Vorteil, dass er keinerlei Vibrationen überträgt, wahrscheinlich weil das Gitter im Vergleich zu einem massiven Deckel recht flexibel ist.
4. Netzteil
Dem Seasonic wurde ein Slipstream 800 spendiert, welcher über Speedfan geregelt wird und mit Silikonentkopplern befestigt ist. Das innere Lüftergitter habe ich natürlich entfernt, genauso wie alle nicht benötigten Kabelstränge (abgeschnitten, isoliert und die 2cm langen Stummel im NT versteckt). Je leiser der Rest des Systems wurde, desto mehr fielen mir die Elektronikgeräusche des Seasonic auf. Mittlerweile sind sie die letzte Geräuschquelle im System. Sollte ich sie nicht irgendwie eindämmen können, so muss ich mich auf die schwierige Jagd nach einem nebengeräuschfreien Netzteil machen.
5. Mainboard
Die Northbridge des Mainboards wird mit einer Heatpipekonstruktion gekühlt, welche einen alten HD-Silencer als Kühlkörper verwendet. Auf der Southbridge sitzt ein Zalman NB-47J. Ansonsten ist das Board wie von Gigabyte gewohnt einwandfrei, undervoltet gut, hat auch ne brauchbare Lüftersteuerung (für die, die Speedfan nicht nutzen möchten/können) und ein perfektes Layout. Einziges Problem, wie bei sovielen So775-Boards: Undervoltet man im Bios, so werden EIST und C1E lahmgelegt. Hier habe ich eine Beschwerde bis nach Taiwan durchgeboxt und ein Moderator im Gigabyte-Forum hat neulich die Behebung dieses Problems für einen zukünftige Version angekündigt.
6. Prozessor
Der E6300 läuft stabil bei nur 0,86V, habe also in dieser Hinsicht ein gutes Exemplar erwischt. Nicht so gut war dagegen der Heatspreader, welcher extrem bucklig war, weshalb ich Unmengen WLP verwenden musste, um einen Verbindung zum Kühler herzustellen. Daher habe ich ihn abgeschliffen. Als Kühler kommt ein modifizierter Silverstone Nitrogon NT06 zum Einsatz. Er wurde um die Hälfte seiner Lamellen erleichtert und erreicht dadurch deutlich bessere Temperaturen bei geringem Luftdurchsatz.
7. Grafikkarte
Die 8600GTS wird von einem Accelero S2 mit einem Slipstream 800 gekühlt. Der Lüfter wird ebenfalls mit Speedfan gesteuert. Leider habe ich die Karte vor dem Umbau nicht getestet: Sie hat nen leichten Knacks weg und läuft nur, wenn man den Speichertakt um 30MHz reduziert. Nicht viel, aber dennoch ärgerlich.
8. Festplatte
Die HM160HI ist für meine Begriffe ein recht lautes Exemplar. Übt man jedoch ein klein wenig Druck auf die Oberseite aus, so wird sie augenblicklich leiser und gibt nun vornehmlich ein hochfrequentes Summen von sich. Dieses wird nach meiner Erfahrung von Personen über 30 nicht mehr wahrgenommen, was wohl der Grund ist, warum diese Platte oft als nahezu lautlos bezeichnet wird. Da ich aber deutlich unter dieser Altersgrenze liege, musste ich mir etwas einfallen lassen. Da kam Heatpipe mit seinem genialen Wärmeleitkitt gerade recht. Ich habe die Platte in eine mit Kitt gefüllte Alubox gepackt und entkoppelt über dem Bodenloch befestigt. Hier müssen noch bessere Entkoppler her, ein paar letzte, minimale Schwingungen sind aus nächster Nähe zu vernehmen.
9. Temperaturen und Lautstärke
Zur Zeit dieser Messung betrug die Umgebungstemperatur 25°C.
Idle:
CPU: 35°C
GPU: 48°C
HDD (S.M.A.R.T.): 30°C
CPU-Kühler (IR-Thermometer): 30°C
GPU-Kühler (IR): 40°C
Northbridge (IR): 39°C
Southbridge(IR): 45°C
NT (IR): 40°C
Außenhülle Kittbox (IR): 25°C
Lüftergeschwindigkeit: 450rpm
Volllast:
CPU: 44°C
GPU: 65°C
HDD (S.M.A.R.T.): 35°C
CPU-Kühler (IR-Thermometer): 38°C
GPU-Kühler (IR): 57°C
Northbridge (IR): 42°C
Southbridge(IR): 52°C
NT (IR): 45°C
Außenhülle Kittbox (IR): 30°C
Lüftergeschwindigkeit: 450rpm
Lautstärke:
Für die meisten "Normalsterblichen" ist der Rechner selbst dann unhörbar, wenn sie ihr Ohr 5cm neben das Gehäuse halten.
Ich selbst höre die Nebengeräusche des Netzteils auf 30cm Entfernung. Der Unterschied zwischen den Lüfterdrehzahlen im Leerlauf und bei Volllast geht in diesen Nebengeräuschen unter. Wenn man das Ohr direkt an den Lüfter hält, so ist bei Volllast ein etwas stärkeres Rauschen zu vernehmen. Insgesamt kann ich den Slipstreams also meinen persönlichen Gold-Award überreichen
Die Festplatte ist dank Heatpipes Kitt selbst aus 5cm Entfernung nicht mehr hörbar.
10. To Do
- Accelero S1 Rev.2 für die Graka ==> Southbridgekühler entsprechend leicht stutzen - Lüfter auf dem Accelero entkoppeln entsprechend [Traube]Joes Methode - neue Entkoppler für die Festplatte, sobald die Sammelbestellung abgeschlossen ist - Lamellen des CPU-Kühlers mit Wärmeleitkleber wieder an den Heatpipes befestigen - nebengeräuschfreies NT suchen - Bilder vom neuen Deckel machen - Gehäuse eloxieren lassen Wie ihr seht, sind das alles nur Feinheiten und weder wärme- noch geräuschtechnisch wirklich nötig. Allerdings habe ich Spaß daran gefunden, dieses System immer weiter an seine Grenzen zu bringen und außerdem ist die Kühlung dadurch optimal vorbereitet, wenn ich mal wieder aufrüsten sollte.
11. Bilder
12. Last Words
Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mir bei der Optimierung meines Systems mit vielen guten Ratschlägen zur Seite standen.
Ich werd euch natürlich weiter auf dem Laufenden halten und bin für Lob und Kritik offen.
Dieser Beitrag wurde von sapereaude bearbeitet: 09. Dezember 2010, 17:31

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