
Einleitung
Eine im PC, kühlungstechnisch oft vernachlässigte, Komponente ist zweifelsohne der Arbeitsspeicher. Viele behaupten, dass vor allem bei DDR2 diese zu vernachlässigen ist, da sowieso kaum Wärme produziert wird. Allerdings halten sich viele Hersteller nicht immer an die von JEDEC spezifizierte Spannungsangabe von 1,8V. So sind benötigte Spannungen von 2,2 bis 2,4V keine Seltenheit mehr, wobei die Wärmeabgabe der Chips doch drastisch steigt. Hinzu kommt noch die oftmals sehr spärliche Kühlung durch so genannte Heatspreaders, zwei Metallbleche die an die Chips gedrückt werden und so die Wärme besser verteilen sollen. Sehr wirkungsvoll ist dies allerdings nicht und so kann es in schwach belüfteten Gehäuse und bei Vollbestückung der RAM-Slots des Öfteren zu Hitzestaus kommen. Für die, die gerne etwas dagegen unternehmen wollen, allerdings nicht noch einen weiteren Lüfter im System haben wollen, testen wir heute zwei ganz besondere Kühler. Besonderer Dank geht an dieser Stelle an Thermalright für die freundliche Bereitstellung der HR-07 Duo.
Verpackung und Lieferumfang (Thermalright HR-07 Duo)
Die Thermalright HR-07 Duo kommen in einer, für thermalrightsche Verhältnisse, recht aufwändig gestalteten Pappschachtel. Ein kleines Sichtfenster gibt erste Blicke auf die Kühler frei. Durch die gute Polsterung sollten sie selbst härteste Transportwege ohne Schäden überstehen.Die Kühler werden immer in Pärchen geliefert. Zudem ist alles wichtige Zubehör, wie Wärmeleitpads und Anleitung enthalten. Auch einen netten Aufkleber liefert Thermalright mit.
Impressionen (Thermalright HR-07 Duo)
Zum alten HR-07 wurde viel verändert und auch viele Mängel wurden beseitigt. So kam es bei vielen Käufern zu Problemen mit den ausladenden Heatpipes und desöfteren konnten die RAM-Riegel mit montiertem HR-07 garnicht in den Slot gesteckt werden, da sie durch die enorme Breite der Heatpipehalterung mit naheliegenden Kondensatoren zusammenstießen. Das alles wurde nun mit der Duo-Version behoben.
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Von den HR-07 Duo gibt es zwei Ausführungen. Einmal Type L, mit niedrigem Kühlkörper, und einmal Type H, mit einem etwas höheren. Für 4 Riegel benötigt man je ein Paar von ihnen.Verarbeitet sind die Kühler wieder einmal wunderbar. Die Lamellen haben alle den gleichen Abstand und lassen sich durch die Verhakung auch kaum verbiegen. Damit sich die abgegebene Wärme nicht zwischen den Finnen staut, weisen selbige zahlreiche Perforierungen auf. Um die Wärme schnellstmöglich zum Kühlkörper weiterzuleiten kommen zwei 4mm-Kupfer-Heatpipes zum Einsatz. Zu optischen Verschönerung wurden sie vernickelt.
Technische Daten
| Technische Daten der Thermalright HR-07 Duo | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kühler | Maße | Gewicht | Material | |||
| Thermalright HR-07 Duo Type L | 125mm x 19mm x 56,3mm (Länge x Breite x Höhe) | 80g | Hybrid: Aluminium, Kupfer (Heatpipes) | |||
| Thermalright HR-07 Duo Type H | 125mm x 19mm x 85,3mm (Länge x Breite x Höhe) | 85g | Hybrid: Aluminium, Kupfer (Heatpipes) | |||
Montage (Thermalright HR-07 Duo)
Die Montage gestaltet sich bei den Kühlern sehr einfach. Die Wärmeleitpads werden dazu mit der leicht klebenden Seite auf die Chips gelegt und durch leichtes Andrücken wird ein späteres Verrutschen verhindert. Dann wird das präparierte Modul einfach in den Kühler gedrückt und die Montage ist erledigt, ganz ohne Werkzeug, ganz ohne irgendwelche Probleme. Das Einstecken in die Slots ist dann aber nicht mehr ganz so einfach, da sich die Kühler oftmals in die Quere kommen. Mit ein bisschen Geschick ist aber auch diese Hürde leicht zu nehmen.Für Module mit einseitiger Bestückung sind die HR-07 Duo im Gegensatz zum alten Modell nicht mehr geeignet, da die dicken Wärmeleitpads fehlen. Wieso Thermalright die hier nicht mehr mitliefert ist uns schleierhaft.
Verpackung und Lieferumfang (Thermaltake Spirit RS)
Thermaltake liefert seine Kühler in einer handelsüblichen Blisterverpackung. So kann man den Kühler schon vor dem Auspacken in seiner ganzen Pracht sehen. Das Zubehör befindet sich hierbei auf der Rückseite. Dies wurde allerdings nicht wirklich sorgsam verpackt und beim Öffnen der Tüte in der das Zubehör seinen Platz hatte, fanden wir einen Knäuel aus Wärmeleitpads, Anleitung und Wärmeleitpaste vor. Hinzu kommen noch ein Inbussschlüssel und ein Casebatch, der allerdings leicht verbogen war.
Impressionen (Thermaltake Spirit RS)
Auch der Spirit RS bedient sich der Hilfe der Heatpipetechnologie. Genauer gesagt kommt hierbei eine 6mm-Kupfer-Heatpipe zum Einsatz. Anders als beim Thermalright-Pedant befindet sich diese allerdings nicht an den Seiten sondern oberhalb des Speicherriegels. Damit die Wärme dort hingelangt umschließen zwei massive, gefräste Aluminiumschalen den RAM und die Heatpipe. Letztere leitet dann die Wärme zu insgesamt 47 Aluminiumlamellen weiter.
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Im Gegensatz zu der Ansonsten tadellosen Verarbeitung konnten uns die Lamellen von der Qualität allerdings nicht überzeugen. So waren diese bei allen unseren Testsamples verbogen. Zum Glück war ein zurechtbiegen durch das sehr weiche Material nicht allzu schwer. Je nach Platzverhältnissen lässt sich die Heatpipe schwenken. Sehr praktisch wie wir finden, vor allem bei großen CPU-Kühlern.
Technische Daten
| Technische Daten des Thermaltake Spirit RS | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kühler | Maße | Gewicht | Material | |||
| Thermaltake Spirit RS | 153mm x 8,5mm x 90mm (Länge x Breite x Höhe) | 90g | Hybrid: Aluminium, Kupfer (Heatpipes) | |||
Montage (Thermaltake Spirit RS)
Die Montage des Spirit RS ist nicht ganz werkzeugfrei. Der benötigte Imbussschlüssel ist hierbei schon im Lieferumfang enthalten. Als erstes werden also die vier Schrauben herausgedreht und der Kühler auseinander genommen. Je nach verwendetem RAM werden nun die dicken Wärmeleitpads (für Single-Side RAM) oder die dünnen (für Double-Side RAM) auf die Innenseite der Aluminium Heatspreader geklebt. Damit auch die Wärmeübertragung zur Heatpipe gut funktioniert wird deren Fassung mit Wärmeleitpaste ausgestrichen. Nun wird der Speicherriegel und die Heatpipe reingelegt und alles wieder verschraubt. Auch hier ist die Montage sehr einfach und der Kühler eignet sich auch für einseitig bestückten RAM.
Praxistest
Testsystem: • Intel Core 2 Duo 6750 "Conroe" (3600MHz @ 1,28V aktiv gekühlt mit Thermalright HR-01 Plus mit S-Flex 1200) • DFI LANParty UT P35-T2R (Intel P35) • 4x 1024MB Crucial Ballistix DDR-II 800 CL4 @ 1080Mhz 5-5-5-15 mit 2,12V • Lian Li PC7 SE III (geschlossene linke Seitenwand) • 2x Scythe S-FLEX SFF21E (je einmal vorne und hinten) • Corsair HX520W mit Scythe S-Flex S-Flex SFF21F @ intern geregelt • XFX GeForce 8800GTX (aktiv gekühlt mit Thermalright HR-03 Plus und HR-11, im oberen PCIe Slot) • Digital Caviar SE WD5000AAKS in Ichbinleise-Box 20 Testablauf: Die Lastwerte wurden nach 20min Prime95 25.5 mit dem Test „blend“ ausgelesen. Die Messungen erfolgten dabei immer beim RAM-Modul im ersten Slot. Es erfolgten drei Testläufe mit jeweils unterschiedlicher Drehzahl der Lüfter. Der Sensor wurde am PCB über dem ersten RAM-Baustein angebracht(siehe Bild unten).
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Wie man gut sieht bringen beide Kühler einen deutlichen Unterschied zu nackten RAMs ohne Kühler. Desto geringer hierbei die Gehäusebelüftung ausfällt, desto größer wird der Abstand. Dabei bringt der Thermaltake Spirit RS sogar leicht bessere Werte als die Thermalright HR-07 Duo. Ohne Kühler werden die Chips bei gerade einmal 2,12V schon sehr heiß und rücken bei wenig Luftstrom nah an den kritischen Wert von 80°
Fazit
Ein Fazit fällt uns an dieser Stelle doch etwas schwer. Beide Kühler bringen hervoragende Ergebnisse, wobei der Thermaltake Spirit RS einen geringen Vorsprung für sich verbuchen kann. Auch hat er den Vorteil, dass er sich für Single-Sided RAM eignet und eine flexible Heatpipe vorweisen kann. Allerdings verliert er bei der Verarbeitung wieder an Boden, denn da muss er sich dem Thermalright HR-07 Duo geschlagen geben. Auch ist die Montage etwas komplizierter. Alles in Allem können wir für beide Kühler eine Empfehlung aussprechen. Kommentare und die Diskussion zu diesem Thema: Feedback

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