Vorwort:
Mein System ist ein bisschen anders, die einzige Aufgabe, die es erfüllen soll, ist Internetradio abspielen zu können. Die Idee kam mir als ich kommerziellen WLAN-Internetradiospieler gesehen habe.
Eigentlich ist das Ganze ein reines Funprojekt. Ich möchte meine Motive mal so erklären:
| CF-Karte & CF2IDE-Adapter | 18 Euro |
| Funkfernbedienung | 8 Euro |
| 'nen Haufen alte Hardware | 0 Euro |
| Spaß am Basteln &
Erfolgserlebnis wenn die Software nachts endlich läuft &
kein deutsches Radio mehr hören zu müssen | unbezahlbar |
Hardware:
| CPU | Intel Pentium II 350 |
| Mainboard | Siemens D1115 |
| Grafikkarte | so was brauch ich nicht  |
| Arbeitsspeicher | 2x 64 MB |
| Festplatte | CF2IDE-Adapter & TakeMS Hyperspeed x120 2 GB |
| Soundkarte | Analog Device ALS-100plus |
| Netzteil | Astec 145 Watt |
| Fernbedienung | Noname X10 |
| Gehäuse | Orion DVD-Spieler |
Vieles stammt aus oldschool Siemens-Bürorechnern, die schon bestimmt 10 Jahre aufm Buckel haben. Das war noch richtige Wertarbeit und hält sicherlich noch einige Jahre.
Software:
In Frage für so ein Projekt kommt natürlich nur Linux. (Jaja Fanboy

)
Als Grundgerüst läuft ein Ubuntu-Minimalinstallation ohne grafische Oberfläche. Deshalb auch keine Grafikkarte, weil ich einfach keine Grafikausgabe brauche, administriert wird via ssh.
Die einzigen beiden Programme die ich brauche sind mpg123, zum Abspielen der Streams, und Lirc, ein Programm was die Fernbedienungssignale dekodiert, mpg123 mit dem gewünschten Stream startet, bzw. beendet, die Lautstärke regelt und den Rechner runterfährt.Das sind die einzigen Aktionen die auf dem Computer ausgeführt werden.
Modifikationen:
Wer es ganz ausführlich haben will kann sich den
Worklog in meiner Moddingcommunity angucken. Die Entstehungsgeschichte ist aber ein wenig gruselig.
Auf das Gehäuse gehe ich mal nicht groß ein, wenn es interessiert kann sich den Worklog angucken, da sind auch einige Bilder von den Arbeitsschritten. Grob kann man sagen, dass es so modifiziert wurde, dass alle Komponenten montiert wurden und nur die wichtigsten Anschlüsse (Strom, Audio und Netzwerk) sichtbar sind. Des weiteren wurde ein vorhandenes Loch im Deckel vergrößert, sodass mir die Hardware nicht verbrutzelt.
Beim Netzteil habe ich die MosFETs ausgelötet und mit Kabeln verlängert. Sie sind an einen rückwärtig angebrachten ehemaligen PII Kühlkörper geschraubt. So wie es hier im Forum
fluxon schon gemacht hat.
Das Mainboard hat Kühlkörper auf der Northbridge bekommen und eine USB-Buchse an einem Stück Kabel, weil der USB-Stecker des Fernbedienungempfängers nicht genug Platz zwischen der eigentlichen Buchse und der Rückwand gehabt hätte.
Auf dem CF2IDE-Adapter mussten zwei Verbindungen mit Kabeln zusätzlich hergestellt werden, um den DMA-Modus zu aktiveren, da Linux sie sonst nicht richtig ansprechen konnte. Bis ich dafür die Lösung gefunden hatte, ist mein Reallife von 'nem ganzen Wochenende drauf gegangen

Temperaturen:
Die alte Gammelhardware hat natürlich keine Sensoren. Also nur Fingersenfu:
| Netzteilkühlkörper: | kaum handwarm |
| CPU und Northbridge: | schätzungsweise 40-50 Grad |
Meinem Empfinden nach alles im grünen Bereich. Und falls es die CPU oder das Mainboard erwischen sollte hab ich jeweils nochmal ein äquivalentes Ersatzteil rumliegen

Ums Netzteil wäre es ärgerlich, weil da durchaus Arbeit drinsteckt und es nicht so einfach austauschbar ist.
Bilder:
Achtung: Ein offen verbautes Netzteil birgt ein großes Gefahrenpotentzial. Also nur nachbauen, wenn ihr über das nötige Fachwissen verfügt oder kein Problem damit habt euch und eure Familie umzubringen, wenn eure Bude abfackelt!Stromverbrauch:
Gemessen mit 'nem billig Messgerät und zwei 25 Watt Glühbirnen (52 Watt):
| idle: | 19 Watt |
| Stream abspielen: | 20 Watt |
| Last & boot: | 33 Watt |
Das ist doch mal garnicht so schlecht

To Do:
-
Eine digitale Zeitschaltuhr (eine mit Quarzuhrwerk hat den Silenttest nicht bestanden
) kaufen, dann kann ich das Gerät als Radiowecker benutzen.
- pfeifende Spulen silencen
Fazit:
Ich freu' mich immer wenn ich meiner alten Hardware wieder neues Leben einhauchen kann. Das ist mir hier glaube ich auch gut gelungen, alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem was entstanden ist und hatte viel Vergnügen bei der Entstehung (die Bastler unter uns wissen was ich meine).
Mit der Lautstärke bin auch auch einigermaßen zufrieden, man hört zwar noch das Pfeifen von ein paar Spulen, aber das kann man auch noch beseitigen. Das ist halt z. Z. besonders unbefriedigend, weil sonst keine beweglichen Teile verbaut sind, die Krach machen. Das ist jetzt der erste Rechner, bei dem ich es tatsächlich nötig fand' eine Power-LED zu verbauen

Für Fragen und konstruktive Kritik bin ich immer offen.
Dieser Beitrag wurde von mofupo bearbeitet: 03. Januar 2009, 12:51