Don't call it PC! HTPC!
Inhaltsverzeichnis
- [*]Vorwort [*]The Components
- Gehäuse: A+ CS-GL-3 HTPC
- Dämmung: ichbinleise Maxiset
- Lüfter: 2x 120er be quiet! Silent Wings
- Mainboard: ASUS M4A78-E
- Grafik: ATI Radeon HD 3300 (790GX)
- CPU: AMD Athlon X2 5050e
- RAM: 4GB OCZ DDR2 Reaper HPC
- Festplatte: Samsung HD203WI
- Netzteil: picoPSU-120
- DVD-Laufwerk: Samsung SH-S203N
- Temperaturtabelle
- Festplatten-Test
- Stromverbrauch
- Fernbedienung HFX Vista GP
- TV-Karte?!
- Kartenleser?!
- TFT: Samsung Syncmaster T200
- LCD-TV: 37LH5000
- Surround-Receiver: Pioneer VSX-C 100
- Sourround-Lautsprecher: JBL SCS 178
- Konsole: Sony Playstation 3 Slim
Vorwort
Angefangen hat alles damals mit meinem ersten PC. Ein hässlicher grauer Miditower, der von einem kleinen PC-Laden ohne Rücksicht auf Gehörschaden zusammengebaut wurde. Über den TV-Out der Grafikkarte gab es eine spektakuläre Verbindung mit einem S-Video auf Cinch-Adapter über ein 5 Meter Cinch-Kabel in einen Cinch-Scart-Adapter in einen Röhrenfernseher mit 30cm Bildschirmdiagonale. Um ein Video auf den Fernseher zu bekommen, hat es bestimmt über 5 min gebraucht, da man auf dem TV im Desktop-Betrieb einfach nichts erkennen konnte. Dazu kam dann noch, das der TV weiter weg stand und die Maus noch kabelgebunden war. Meistens wurde die Arbeit zu zweit bewerkstelligt. Aber es funktionierte. Dann wurde der Fernseher immer größer, der PC immer leiser, die Festplatte immer größer usw. Hier stelle ich Euch nun meinen HTPC und mein kleines Heimkino vor. Dem Versuch, dem total verblödeten TV-Programm zu entrinnen, einen Schritt weiter gekommen.
Der Thread baut sich ungefähr nach dem Zusammenbau des HTPC's auf. Teilweise sind die Überschriften der Komponenten und einzelne Wörter im Text mit zusätzlichen Infos verlinkt. Viel Spaß beim Lesen!
The Components
Gehäuse: A+ CS-GL-3 HTPC
Bei der Gehäuseauswahl stand fest: Schwarz, robust und ein akzeptabler Preis. Diverse andere Gehäuse, die optisch ansprechend waren, fielen Aufgrund des Preises von meist mehr als 100€ 'raus. Zudem sollte es möglich sein, mind. einen 120er Lüfter anzubringen. Da schrumpft die Auswahl schon auf ein Minimum. Großes Manko war für mich, dass das A+ zwei Laufwerksschächte mit sich bringt und nur eine Breite von 37 cm hat. Für mich war vornherein klar, dass nur ein Laufwerk verbaut wird und das andere Hifi-Komponenten wie z.B. auch mein Pioneer-Receiver eine Breite von 43 cm haben. Da mein Phonotisch aber genau auf diese Breite ausgelegt ist, hätte so das geplante Belüftungskonzept an den Seiten nicht so gut funktioniert. Für die Tiefe des Gehäuses mussten die hinteren Platten des Phonotisches allerdings etwas angepasst werden. Im Nachhinein stören die beiden Mankos schon ein wenig, aber es gibt bekanntermaßen Schlimmeres. Nervtötend waren auf jeden Fall die beiden LEDs, die den blauen Ring für die Power-Anzeige ausfüllen. Standardmäßig sind diese extrem hell. Nach mehrfachem herum experementieren wurden diese jetzt einfach mit Kreppband umhüllt und mit Heißklebe fixiert. Ansonsten kann sich das Gehäuse auf jeden Fall sehen lassen.
Dämmung: ichbinleise Maxiset
Das Gehäuse wurde mit viel Mühe und Sorgfalt mit einem Dämmset von ichbinleise ausgestattet. Auf der einen Seite, weil ich es schon immer einmal ausprobieren wollte und auf der anderen Seite, damit auch die Frequenzen der Festplatte endgültig eliminiert werden können. Das Maxiset habe ich sehr günstig erstanden, wobei das Midi-Set aber auch vollkommen gereicht hätte. Zu einem Anstieg der Temperaturen kann ich nichts berichten, da das Dämmset als allererstes Platz im Gehäuse gefunden hat.
Lüfter: 2x 120er be quiet! Silent Wings
Zuerst hatte ich zwei Scythe S-Flex 800 mit herkömmlichen Gummi-Entkopplern verbaut. Die Entkoppler schauten dann aber links und rechts aus dem Gehäuse heraus, was einfach abscheulich aussah. So hatte ich mir ein Gemisch aus Schraube und Polster zusammengebaut. Die Lüfter wurden mit Speedfan im Windowsbetrieb auf ca. 300 – 400 UPM herunter geregelt – dann war Stille. Aber auch nur dann. Wenn ich den Rechner startete, starteten mit ihm auch die beiden Turbinen. Dabei hatte ich vorher schon sehr gute Erfahrungen mit der S-Flex-Reihe machen können. Wohl doch gerade durch die seitliche Befestigung direkt am Gehäuse nach außen hin, war die Lautstärke ziemlich unangenehm. Also wollte ich mehr. Die Q-Fan 2 Funktion von ASUS bietet bei dem verbauten Mainboard auch die Möglichkeit die Chassis-Fans zu regeln. Aber zu früh gefreut – egal mit welcher Geschwindigkeitseinstellung die Lüfter betrieben wurden – sie liefen nicht an. Grund: Die S-Flex 800er Serie hat eine Anlaufspannung von 8,5V. Da konnte auch Q-Fan 2 nicht mithalten. Unter Windows hatte ich dann zudem das Problem, dass wenn der Rechner aus dem Standby aufwachte, die Lüfter nicht mehr anliefen, da sie auf 300 – 400 UPM eingestellt waren und erst bei ca. 580 UPM anfangen zu drehen.
Daraufhin bin ich hier im Forum auf die damals neuen be quiet! Silent Wings gestoßen. Diese überzeugten mich durch sehr gute Eindrücke in Reviews, einer Anlaufspannung von 3,5V und vor allem durch die bereits integrierte Entkopplung. Somit hatten die Lüfter bei mir bis heute nicht einmal die Chance laut zu werden. Um das ganze jedoch noch abzurunden habe ich noch einen schwarzen und einen blauen Lüfteradapter (Noctua U.L.N.A.), die von einem Noctua-Lüfer übrig waren dazwischen gesteckt. So läuft jetzt der linke – hinein blasende Lüfter mit ca. 400 UPM an und der rechte – heraus blasende mit ca. 450 UPM. Im Normalbetrieb laufen die Lüfter mit ca. 470 und 570 UPM – absolute Stille. Bei voller Auslastung laufen die Lüfter auf max. 556 und 761 UPM. Wenn man dann genau hinhört, ist der rechte leicht wahrnehmbar. Das System ist aber selten ausgelastet. Wenn's mich irgendwann stören sollte, muss noch einer von den blauen Adaptern 'her. Somit ist eine Steuerung mit Speedfan leider nicht mehr möglich, aber auch gar nicht mehr erforderlich. Stille.
Werden die Lüfter andersherum verbaut, also so dass rechts am Ninja die Luft hineingeht und links wieder raus, wird die CPU im klassischen Sinne aktiv gekühlt. Die Kerne frieren bei knapp 20 °C im Idle fast ein. Dafür klettert die Motherboard-Temperatur bis auf über 50 °C unter Last in die Höhe. Ich bin erst davon ausgegangen, dass der Temperaturfühler im Northbridgechipsatz integriert ist, wobei ich dann aber hier im Forum eines Besseren belehrt wurde. So sitzt dieser wohl irgendwo anders auf dem Board und mag es mit Frischluft versorgt zu werden. Ist wohl also eher nebensächlich. Dennoch habe ich die Lüfter andersherum eingebaut, da die Festplattentemperatur im Sommer nicht zu unterschätzen sein dürfte.
Mainboard: ASUS M4A78-E
Es durfte ruhig ATX sein, da das Gehäuse viel Platz bietet. Da ich schon immer ein ASUS-Fan war, musste es auch wieder ein ASUS sein. Auf den AM2/AM3-Sockel passte der geplante Athlon X2 5050e und wenn es irgendwann in ferner Zukunft mal ein Quad-Core werden muss, dann reicht das Board auch noch aus. DDR2 und DDR3 Unterstützung war auch ok. Kaufgrund beruhte hauptsächlich aufgrund des 790GX-Chipsatzes.
Grafik: ATI Radeon HD 3300 (790GX) gekühlt durch Thermalright HR-05 IFX
Vorher hatte ich hier in meinem Miditower ein M3A78-EM mit 780G-Chipsatz. Die Onboard-Grafik ist für HD-Inhalte zwar so weit ausreichend – aber ich wollte mehr. Also auf keinen Fall irgendwann mal einen HD-Ruckler in Kauf nehmen, vielleicht ein paar Spiele mit auf den HTPC packen und einfach für die Zukunft noch etwas vorsorgen. Da ich das Board etwas günstiger bekommen habe, habe ich mich für ein ASUS mit 790GX-Chipsatz entschieden. Die IGP läuft dort mit 576 MB-RAM auf 700 MHz. Einer Review nach sollte der Chipsatz um einiges sparsamer sein, als sein Vorgänger der 780G. Den 785G gab es zu dem Zeitpunkt so weit ich weiß noch nicht, sonst wäre das auch noch eine Alternative gewesen. Der HR-05 wurde aus Gier nach Kühlung gekauft, die durch Lesen dieses Forums verursacht wurde. Wie man in der Temperaturtabelle beobachten kann, ist die Southbridge-Temperatur jetzt höher, als die von der Northbridge. Das spricht für den HR-05.
CPU: AMD Athlon X2 5050e gekühlt durch Scythe Ninja Mini
Ein Klassiker. Flotte CPU mit 2,6 GHz und stromsparenden 45W TDP, gekühlt durch den optimalsten HTPC-Kühler überhaupt. Von der Höhe passte er genau in das Gehäuse hinein. Ein hinausblasender SilentWings-Lüfter direkt am Ninja sorgt dafür, dass die CPU mit 48 °C bei Volllast weit von der mit 78 °C angegebenen Maximaltemperatur entfernt bleibt.
Die CPU wird mit CrystalCPUID im Idle auf 1 GHz mit 0,8V getaktet. Unter Last läuft sie auf vollen 2,6 GHz mit 1,125V. Und zwar absolut stabil.
RAM: 4GB OCZ DDR2 Reaper HPC
2x 2GB Dualchannel - 800 MHz DDR2 - Timings 5-5-5-18 - 1,8V. Preislich lag das Set in der gleichen Kategorie wie herkömmlicher RAM ohne Kühlkörper. Deshalb habe ich mir den Spaß gegönnt und dem RAM diese schönen Heatpipe-Kühler verpasst.
Festplatte: Samsung HD203WI im Scythe Quiet Drive
Ebenfalls ein Klassiker: Kühl, leise, stromsparend und vorerst keine Speicherplatzprobleme mehr. Die HD203WI hat mit ihren 2TB ein sehr gutes Preisleistungsverhältnis mit 6 Cent/GB. Verbaut wurde die Platte im ebenfalls hier klassischen Scythe Quiet Drive. Die Betriebsgeräusche reduzieren sich so auf ein Minimum. Weniger elegant ist hingegen der Einbau. Das Quiet Drive liegt in dem eigentlich für das Netzteil vorgesehenen Platz und wird durch drei Gummifüße an der Seite gestützt. Das führt zur Annahme, dass die Festplatte so nicht lange an ihrem Platz liegen bleibt. Ich habe jedoch einfach mal einen Kopfüber-Test gemacht, wobei das Gehäuse mit der Festplatte über Nacht auf dem Kopf lag. Keine Chance – sitzt bombenfest. Ich habe verschiedene Befestigungsmöglichkeiten ausprobiert, die hier reicht mir aber im Endeffekt vollkommen aus. Der HTPC ist zudem keine mobile Gamingkiste für LAN-Partys, sondern steht hier immer brav an seinem Platz. Die Platte liegt zudem noch auf einer Schaummatte, die netterweise mit der Festplatte schon direkt mitgeliefert wurde. Oberhalb wird sie zusätzlich durch zwei Lagen Dämmmaterial am Gehäusedeckel zur Ruhe verbannt. Es werden keine Schwingungen auf das Gehäuse übertragen, eine zusätzliche Entkopplung ist somit nicht nötig. Lediglich die Zugriffsgeräusche bei hoher Auslastung kann man dem Gehäuse aus nächster Nähe noch entnehmen.
Die neue Samsung-Festplatte löst meine beiden Festplattenprobleme. Western Digital hat mir leider beim Garantieaustausch genau die gleiche Revision zukommen lassen, die ich vorher schon hatte und die auch in vielen Internetforen verpönt wird. Nun sind vor allem auch die nervigen "rödel"-Geräusche im Idle weg. Ich musste jedoch feststellen, das die Betriebs- und die Zugriffsgeräusche der Samsung ein Tick lauter sind. So habe ich mit dem Tool WinAAM das Acoustic Management auf leise gesetzt. Jetzt sind vor allem die Zugriffsgeräusche so gut wie gar nicht mehr wahrnehmbar. Ein Vorher-Nachher-Test mit HDTune zeigt, dass sich so nichts an der Transfer Rate ändert, lediglich das Access Time steigt von 14 auf 17,4 ms. Dazu muss man vor allem aber noch erwähnen, das die Samsung-Platte noch mal um einiges schneller ist, als die Western Digital.
Netzteil: picoPSU-120 mit 80W AC Adapter
Wohl keine unbekannte Komponente hier. Um absolute Ruhe zu bekommen musste ein passives Netzteil her. Und eine picoPSU kommt einem HTPC, bei dem der Netzteilschacht sowieso schon verplant ist, gerade richtig. Da es bei dieser Pico keine Möglichkeit gibt das AC-Kabel zu verlängern um es nach außen zu legen, hatte ich mir nachträglich noch das 150W-Modell bestellt. Dieses breitet sich über dem gesamten 24-poligen ATX-Stecker aus und bringt eine direkte P4-Stromversorgung mit sich. Dadurch hätten sich die Kabel sauberer verlegen lassen können. Jedoch hat das Mainboard nicht ganz mitgespielt. Für ca. einen Monat lief der HTPC einwandfrei, bis auf einmal die Fehlermeldung "Chassis Intruded – Fatal error system halted" beim Booten erschien. Das ist eine Case-Open-Warnung, die bei Server-Boards nutzen findet. Jedoch habe ich dafür nichts konfiguriert und auch den dafür vorgesehenen Jumper nicht gesetzt.
Also ging der Spaß los – sämtliche Komponenten wie RAM, Netzteil (u.a. auch die 120er Pico) etc. wurden mehrfach getauscht und getestet – leider ohne Erfolg. So wurde das Mainboard eingeschickt. Da ASUS leider keinen direkten Einschick-Service bietet, wurde die ganze Geschichte über den Händler abgewickelt und nach zwei Monaten hatte ich auch endlich mal ein neues Mainboard hier. Als es endlich wieder hier war, war die Freude groß, bis alles zusammengebaut war. Ernüchterndes Ergebnis: Dieselbe Fehlermeldung. Da stimmte wohl etwas nicht. Also noch mal die ganze Prozedur von vorne. BIOS-Update, Komponenten austauschen usw. Und dann plötzlich, als ich ein altes ATX-Netzteil welches ich aus dem Keller ausgegraben hatte, angeschlossen habe, lief die Kiste auf einmal wieder. Haha. Also nochmal die Pico rein – Chassis Intruded! So, dann überprüfen wir doch einmal das P4-Verlängerungskabel der Pico. Die Kontakte waren in Ordnung, ich hatte aber noch das gleiche Kabel davon, welches für die AC-Verlängerung vorgesehen war. Naja, derselbe Fehler. Und jetzt aufgepasst: Mit einem ATX-Verlängerungskabel habe ich die picoPSU so weit in der Luft hängen lassen, dass ich ohne Verlängerung mit diesem Mini-P4-Kabel bis zum P4-Anschluss durchkam. Und siehe da – die Fehlermeldung ist verschwunden. Dann hatte ich einfach die Schnauze voll, habe mir das 120er Pico genommen, angeschlossen und die Kiste rannte! Abenteuerlich, das wird mir wohl nie jemand glauben.
DVD-Laufwerk: Samsung SH-S203N
Fast vergessen. Gab's passend zum HTPC neu dazu, da der alte DVD-Brenner seinen Geist aufgegeben hatte. Sollte jetzt wohl irgendwie mit 20 facher Geschwindigkeit DVD-Brennen, aber wen juckt's. CD's und DVD's sind so gut wie gar nicht mehr vorhanden hier. Auf der riesigen Festplatte ist alles an Musik und Filmen untergebracht. Trotzdem habe ich dem Laufwerk mit dem Tool CD-Bremse einen ruhigeren Betriebsmodus gegönnt. Wenn die Zeit gekommen ist, wird irgendwann mal auch ein Blueray-Laufwerk nachgerüstet.
Werte & Temperaturen
Temperaturtabelle:
Das System wurde eine halbe Stunde mit Prime95 (In-place-large FFTs) ausgelastet. Dann wurden die Temperaturen der Sensoren abgelesen und mit einem Thermometer nachgemessen. Nach einer halben Stunde Idle wurde dann erneut gemessen. Die Raumtemperatur lag bei 22 °C.
| Idle (min. Werte) | Load (max. Werte) | |
|---|---|---|
| Clock / VCore | 1 GHz / 0,8 V | 2,6 GHz / 1,125 V |
| Fan2 (herausblasend) | 556 UPM | 761 UPM |
| Fan3 (hineinblasend) | 448 UPM | 610 UPM |
| Sensoren | ||
| CPU | 30 °C | 48 °C |
| Core0 | 20 °C | 52 °C |
| Core1 | 18,5 °C | 48,5 °C |
| Motherboard | 38 °C | 37 °C |
| HD0 | 33 °C | 33 °C |
| Thermometer | ||
| CPU | 27,7 °C | 41,1 °C |
| Northbridge | 34,3 °C | 33,8 °C |
| Southbridge | 36,8 °C | 34,9 °C |
| HD0 | 28,3 °C | 27,4 °C |
| RAM | 33,8 °C | 38,8 °C |
| picoPSU | 35,8 °C | 40,8 °C |
Besonders fällt auf, dass die Temperaturen teilweise unter Last sogar geringer sind, was auf die schneller drehenden Lüfter unter Last zurückzuführen ist. Die Idle-Temparaturen sind eigentlich auch schon fast die Durchschnittstemperaturen. Beim Surfen und Filme gucken ändert sich da nicht mehr viel.
Festplatten-Test:
Um die maximal erreichbare Festplattentemperatur zu ermitteln, habe ich die komplette Festplatte einfach mal defragmentieren lassen. Nach etlichen Stunden ist die Temperatur nicht über 36 °C gestiegen. Das hat sie vor allem dem Scythe Quiet Drive zu verdanken. Ich habe die Festplatte mal neben dem Gehäuse ohne Kühler unter Belastung betrieben, dort wurde sie bis zu 12 °C wärmer. Nach einer Google-Studie soll die optimale Betriebstemperatur zwischen 35 und 45 °C liegen. Im Sommer werden die Werte dann höher sein, wohl aber nicht die 45 °C-Marke sprengen.
Stromverbrauch:
Den genauen Stromverbrauch kann ich mit meinem Brennenstuhl-Messgerät leider nicht messen. Mit normalen Netzteilen wird die Leistung korrekt berechnet, bei der Pico kommen jedoch verfälschte Werte heraus. So hätte ich laut dem Brennenstuhl ca. 40W im Idle und 80W unter Last. Ich hatte kurzzeitig mal ein Shuttle PC-62 hier, welches von der Effizienz her dem Pico ähnlich ist. Damit habe ich eine Leistung von 20 – 25W im Idle und 60 – 65W unter Volllast gemessen. Die Werte kommen dem ganzen schon näher und gefallen mir auf jeden Fall schon deutlich besser.
Hier nun die korrekten Werte mit dem KD 302 von Reichelt:
| Betriebsart | Verbrauch |
|---|---|
| Aus | 1,6 W |
| Standby (suspend to RAM) | 2,7 W |
| Idle 0,8V (Windows Desktop) | 34,8 W |
| Load 1,125V (Prime95) | 83 W |
| Boot | 50 - 80 W |
| Bios | 69 W |
| SD-Film (DivX) | 41 W |
| 720p-Film (H.264 mit DXVA) | 42 W |
| 1080p-Film (H.264 mit DXVA) | 45 W |
Die Werte sind im Endeffekt nicht schlecht, aber enttäuschen auch ein wenig. Die Load-Werte werden so gut wie nie erreicht, im Idle hätte ich mir doch ein paar Watt weniger gewünscht. Aber da es sich hierbei um einen HTPC handelt, der primär auf die Wiedergabe von Videos ausgelegt ist, schlägt er sich bei Full-HD-Filmen mit 45 W Verbrauch doch ganz gut. Mit einem Blueray- oder Festplattenmediaplayer ist natürlich noch viel weniger drin', aber wie z.B. die Playstation 3 zeigt, geht auch noch deutlich mehr. Im Großen und Ganzen ganz akzeptabel.
Weitere Komponenten
Fernbedienung: HFX Vista GP
Die beste Fernbedienung die ich jemals in den Händen hatte. Sie liegt einfach perfekt in der Hand und die Tasten lassen sich sehr sanft und einfach betätigen. Die Infrarotsignale kommen perfekt aus jeder Position im Zimmer aus an. Den Preis ist sie auf jeden Fall Wert. Unter Vista und 7 ist der Treiber bereits integriert. Unter XP hatte ich damals ein wenig zu kämpfen, aber mit einem kleinen Trick funktioniert sie auch dort. Der Empfänger wurde zuerst mit in die Front eingebaut, aber durch die dicke Gehäusefront kam so gut wie kein Signal durch. Jetzt habe ich den Empfänger hier unterhalb der oberen Holzplatte im Phonotisch integriert. Laut Anleitung sollen sich sogar ein paar Tasten als Universalfernbedienung nutzen lassen. In der Praxis ist dies aber leider nicht möglich. HFX erwidert diesbezüglich leider keine E-Mails und lässt die Kunden im eigenen Forum vergebens auf eine Antwort warten. Schön wäre es gewesen, wenn man wenigstens die Lautstärketasten auf den Receiver verweisen könnte. Durch S/PDIF-Passthorugh habe ich so leider keine Möglichkeit ohne Fernbedienung vom Receiver die Lautstärke zu steuern. Genau das gleiche Problem beim TV. Meistens liegen alle drei Fernbedienungen auf dem Sofa. Ich würde mir gerne bald eine Harmony 555 zulegen, jedoch befürchte ich, dass ich mich von der Vista GP nicht ganz trennen kann.
TV-Karte?!
Wie man auf den Bildern nur sehr unschwer erkennen kann, sind die PCI-Steckplätze alle noch unbelegt. Vielleicht wird dort irgendwann mal eine TV- oder Soundkarte nachgerüstet. Eine TV-Karte rundet einen HTPC ja eigentlich auch ab, allerdings habe ich hier derzeit keine Verwendung dafür. Erstens da ich hier sowieso nur DVB-T-Empfang habe und zweitens einfach, weil ich das normale TV-Programm nur sehr selten in Anspruch nehme. Zum Nachrichten schauen etc. nutze ich den eingebauten DVB-T-Tuner vom LG. Das Bedürfnis etwas Aufzuzeichnen besteht im Moment schlicht und ergreifend einfach nicht.
Kartenleser?!
Auf einen internen Kartenleser habe ich auch verzichtet, da mir dieser kompakte Sharkoon-Kartenleser im Moment völlig ausreicht.
TFT: Samsung Syncmaster T200
20 Zoll, 1680x1050, Kontrast 20.000:1, 2 ms Reaktionszeit.
Das Bild ist optimal. Unter 90% Helligkeit fängt der Inverter an zu Summen. So wird mit dem Catalyst Control Center noch etwas nachgeholfen.
Hifi-Equipment
LCD-TV: LG 37LH5000
37 Zoll, Full-HD, Kontrast 80.000:1, 2ms Reaktionszeit.
Super Bildqualität und für mich genau die richtige Größe. Gegen das Summen des Inverters der Hintergrundbeleuchtung könnte mal noch was erfunden werden, da dieser hier erst ab vollen 100% Helligkeit Ruhe gibt. Dann würde der Stromverbrauch bei vollen 180W liegen. Bei optimal eingestelltem Bild mit mittlerer Hintergrundbeleuchtung komme ich im normal Betrieb auf rund die Hälfte.
Surround-Receiver: Pioneer VSX-C 100
5.1, Dolby Digital, DTS, digitale Eingänge.
Einsteiger Receiver mit akzeptabler Klangqualität. Durch die flache Bauweise geht leider der Lüfter bei längerer höherer Auslastung manchmal an. Ansonsten ist der Receiver vollkommen ausreichend. Wenn aber irgendwann mal wieder eine Komponente getauscht wird, wird diese hier die Nächste sein.
Sourround-Lautsprecher: JBL SCS 178
5.1 Soundsystem mit 100W aktivem Subwoofer.
Die Klangqualität ist für den Preis mehr als gut. Die Lautsprecher sind hier an der Wand montiert und erfüllen voll und ganz ihren Zweck. Der Subwoofer macht auch ordentlich Druck.
Konsole: Sony Playstation 3 Slim
Ich glaube, dazu muss ich nichts sagen. : )
Software
Auf die riesigen 2 TB Festplatte sind Windows 7 und Ubuntu parallel installiert. Den Rest der Festplatte füllt eine 1,7 TB mit TrueCrypt verschlüsselte Partition, auf der alle wichtigen Daten liegen. Unter Windows 7 nutze ich Mediaportal als Mediacenter. Mit MediaPortal habe ich alles an Filmen, Serien und Musik in einer Datenbank mit Covern und Informationen. Durch zusätzliche Plugins wie z.B. OnlineVideos habe ich vom Sofa aus Zugriff auf Online-Inhalte wie Youtube, ZDF Mediathek & Co.
Dank dem SAF-Codec-Pack für MediaPortal ist es möglich alle erdenkbaren Audio- und Videoformate mit MediaPortal und Media Player Classic abzuspielen. Der Clou: Mit DXVA übernimmt die Grafikkarte das decodieren der HD-Inhalte, so dass die CPU auf 1GHz mit 0,8V bei ca. 25% Auslastung schlummern kann.
Mit EventGhost wird der komplette HTPC über die Fernsteuerung gesteuert. Dazu zählt z.B. MediaPortal, Winamp, Media Player Classic und natürlich die Steuerung von Windows selbst. Durch drücken der Videotaste z.B. setzt EventGhost die Auflösung auf Full-HD, stoppt die Musik-Wiedergabe von Winamp und startet MediaPortal. Durch längeres drücken der Powertaste wird MediaPortal wieder beendet, die Auflösung vom TFT wieder hergestellt und der PC heruntergefahren. Beim Einstellen mit EventGhost sind keine Grenzen gesetzt.
Unter Ubuntu experementiere ich derzeit mit dem Mediacenter XBMC, welches eine gute Alternative zu MediaPortal bietet. Beide Programme haben ihre Vor- und Nachteile.
ToDo / Probleme
Eine Reihe von Problemen haben dazu geführt, dass sich das Projekt ziemlich in die Länge gezogen hat.
- [*]
Wurde schon oben bei der picoPSU beschrieben. Hier nochmal aufgelistet, damit ich den Fehler als behoben markieren kann. : ) [*]
Ohne lästiges Umstöpseln am HDMI-Ausgang zwischen TFT und LCD kam keine vernünftige Auflösung auf den LCD. Wer mehr wissen will, hier der Thread. [*]
Wie bereits oben erwähnt sind die Zugriffsgeräusche das Einzige was man noch vom HTPC wahrnehmen kann. Nur dumm, dass diese keine Ende nehmen, da die Festplatte beim Parken der Köpfe permanent "rödelt". Zudem kommt, dass diese ständig Windows und Ubuntu abschießt und die Betriebssysteme erst nach mehreren Reparaturen wieder laufen. Also geht die Festplatte auch bald zurück. Hier mehr zu dem Thema. [*]
MediaPortal läuft derzeit unter Windows 7 nur mit einer Beta-Version. Nach etlichen Stunden ausprobieren mit verschiedenen SVN's läuft es jetzt einigermaßen gut. Ab und zu muss man leider ein paar Abstürze in Kauf nehmen.[*]
Schlusswort
Zum Schluss natürlich ein fettes Dankeschön an Euch. So gut wie alle Ideen, die in diesem Projekt umgesetzt worden sind, stammen hier aus dem Forum. Obwohl sich das Projekt durch den Mainboardaustausch und ein paar diverse andere Probleme in die Länge gezogen hat, hat es im Endeffekt doch eigentlich richtig Spaß gemacht. Hier und da gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, ansonsten ist das Projekt fertiggestellt. Ich hoffe die Systemvorstellung war ganz interessant zu lesen.
Weitere Bilder
Updates
- [*]14.02.10: Mal ein paar Rechtschreib- und Grammatikfehler korrigiert. : )[*]19.02.10: Neue Festplatte und somit die Festplattenprobleme behoben[*]09.03.10: MediaPortal läuft nun stabil[*]11.03.10: Korrekten Stromverbrauch gemessen und eingetragen[/list]
Dieser Beitrag wurde von cYbton bearbeitet: 30. März 2010, 21:42

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