da ich mal wieder was gebaut habe und ich Bilder einfach toll finde, gibts hier mal eine kleine Systemvorstellung von meinem HTPC.
HTPC heist natürlich nicht (Hushed Tiny Propitious Computer = Leiser kleiner günstiger Computer) , sondern Home Theater Personal Computer.
In meinem Fall trifft aber leise,klein und günstig zu.
Warum ein HTPC ?
Nun hier kommt nun keine Erklärung wie ihr sie schon so oft gelesen habt... Im Wohnzimmer steht nämlich schon so ein Teil. Warum also noch einen ???
Tja, der alte war zu groß und dem Frauchen nich stylisch genug. Zugegeben, in den neuen Wohnzimmerschrank passt er nirgends rein, entweder zu breit oder zu tief.
Also was neues, aber sowas macht ja Spaaaß
Komponenten:
Die Vorgaben sind klar, klein muss es sein => ITX
Da die meisten ITX Boards aber weit über 100 Euro kosten, kommt das nicht in Frage, denn billig solls auch sein.
Etwa 2 Wochen habe ich einige Dinge in der Bucht beobachtet, bis ich zugeschlagen habe.
Ein Komponentenbundle:
AMD Ahtlon A64 X2 6000+ incl. Kühler auf einem Jetway NC62K-LF und 2GB low profile Speicher von Kingston ( Preise stehen ganz unten )
Der 8200er Geforce Chip onboard beherscht Cuda und sollte damit alles Problemlos abspielen können. Im Notfall hilft eben die CPU. Der Speicher ist auch dicke ausreichend.
Die CPU hingegen ist mir mit 125W TDP ein Dorn im Auge. Klar man kann sie heruntertakten etc. aber es gibt hier 2 Kritikpunkte.
Der Rechner wird wegen der größe ein Pico Netzteil erhalten und ausserdem ist das Mainboard vom Hersteller nur für CPUs unter 65W TDP zugelassen.

Nun gut, die CPU wurde mitsamt dem Kühler verkauft und davon wurde ein neuer X2 240 mit 65W TDP geordert.
Die Festplatte
ist eigentlich keine. Denn nur um ein Betriebsystem darauf laufen zu lassen, ist eine Festplatte oder gar eine SSD einfach zu schade. Der Preis soll ja eh möglichst gering ausfallen, deswegen kommt als "Festplatte" ein 8GB USB Stick von Super Talent zum Einsatz. Genauergesagt, ein Pico-C. Auf dem Bild ist ein 16GB Pico zu sehen, verbaut ist aber eine 8GB Version.

Größenvergleich Pico<->normaler Stick
Dieser Winzling ragt 2cm aus dem USB Slot hervor und ist auch nur etwa 1,5cm breit. Lese/Schreibrate = 29 MB/sec / 9 MB/sec
Betriebssytem wird Windows 7 werden. Windows XP geht aber auch. Kurioserweise startet Win 7 schneller und läuft danach sehr flüssig auf dem Stick. Die Prozessorlast bei Windows 7 ist niedriger und der Energiesparmodus funktioniert einwandfrei. Bei Windows XP hat sich der Rechner nicht ausgeschaltet,weil er ein Problem mit den USB Ports hatte, das ich weder durch Treiberupdate/Biosupdate noch sonstigen Treiberwechseln wegbekommen habe.
Also Windows 7 auf 8GB Stick. Nach 1 Woche recherchen im Netz läuft das nun einwandfrei und es sind nach der Treiberinstallation und der installation der Mediaplayer noch 2,5GB frei. Wenn man den Energiesparmodus nicht nutzt, kann man diesen abschalten und erhält nochmal 1 GB Speicherplatz
Das Grundgerüst steht also schonmal. Nun kommt das interessante Thema
Das Gehäuse
also billig,klein und fürs Frauchen was stylisches. Puh und das bei meinem Geschmack, nunja. Sylverstone, Enermax sind ja alle schon nicht schlecht, aber der Preis
Das muss billiger gehen. Ab in die Bucht und wieder etwas gestöbert. Letztendlich ist es dann dieses hier geworden
Super Case MW-100BK - Mini-ITX Gehäuse

Herstellerlink
Klein, schwarz, MIT 60W NETZTEIL und eben billig ( Preise stehen ganz unten )
Die Qualität mag zwar nicht so überagend sein, allerdings ist für diesen Preis der Lieferumfang unerwartet. 4 Adapter z.B. von Slimline auf Ide, von 44Pin IDE auf 40 Pin IDE etc. waren dabei.

Alle Gehäuseteile waren abgeklebt, sodass das Gehäuse Kratzerfrei ankommt. Integrierter Front-USB-Hub, Front Audio und die Möglichkeit ein optisches Slimline Laufwerk, sowie eine 2,5" Festplatte darin zu montieren, runden das Gesamtpaket ab. Lediglich der verbaute 40er Lüfter wurde direkt entsorgt,nachdem er 2 sek bei 12V seine volle 50dBa Geräuschkulisse entfalten durfte
So, Board im Gehäuse, Kabel angeschlossen und dann.... Achja, die CPU muss ja auch irgendwie gekühlt werden, und ein Luftaustausch wäre auch toll
Als CPU Kühler kommt eigentlich nur der boxed-Lüfter bzw. der Scythe BIG Shuriken in Frage. Der Shuriken ist es dann auch schliesslich geworden, da dieser gleich einen leisen Lüfter mitbringt.

Nach eifrigem Messen war mir allerdings klar, das der Shuriken mit Lüfter genau 2mm zu hoch sein wird um den Lüfter mit im Gehäuse unterbringen zu können.
Ist etwas ärgerlich,aber ohne grobe Schleif- und Biegearbeiten ist da nichts dran zu machen.
Man könnte den 120er Lüfter ja auch weglassen und das Gehäuse anders belüften.
Möglich wäre, auf die linke und rechte Seite jeweils 3 40er Lüfter zu setzen, die die Luft aus dem Gehäuse blasen. Leise wird das dann aber wohl nichtmehr.
Dann doch lieber ein 120er Lüfter der mit der onboard Lüftersteuerung Temperaturabhängig geregelt wird.
Mit Bohrer,Stichsäge und etwas Feilarbeit ist das Lüfterloch schnell aus der Gehäuseoberseite herausgearbeitet. Dann noch 4 Löcher bohren für die Befestigung. Zuerst wollte ich Schrauben verwenden. Aber Blech und fest montierter Lüfter rufen Kindheitstraumata wach und somit hab ich einfach Vibrationsdämpfer verwendet. Jetzt kann der 120er Lüfter draufgesetzt werden und die Kühlung ist komplett.
Ein optisches Laufwerk passt nun mit dem großen Shuriken aber nicht mehr rein. Eine 2,5" Festplatte würde aber noch reinpassen. Da aber alle Daten über einen Server gestreamt werden, muss auf dem kleinen nur ein Betriebssystem laufen.
Überblick der zu verbauenden Komponenten:
- Jetway NC62K-LF Mini ITX Mainboard
- AMD Athlon II x2 240
- 2GB Kingston Ram
- Scythe Big Shuriken Kühler
- 8GB USB-Stick Super Talent Pico-C
- SuperCase MW100BK mit Netzteil
Einbau
Der Kühler samt CPU müssen auf das Mainboard geschnallt werden BEVOR das Mainboard in das Gehäuse eingebaut wird, da man sonst nicht an die Befestigungen für den Kühler herankommt. Ansonsten ist der Rest kein Hexenwerk.



Da das Mainboard keinen HDMI Ausgang besitzt, wurde vom Hersteller so ein HDMI Adapter mitgeliefert. ( Dieser hier auf dem Bild ist ein nachgekaufter,da der originale sich noch irgendwo versteckt hält... )
In dem hintern USB Port steckt ein Funkempfänger für meine Enermax Tastatur mit integriertem Trackball.

Die Tastatur habe ich schon fast ein 3/4 Jahr. Dafür hat sie sich wirklich gut gehalten. 3-4 mal die Woche wird der HTPC benutzt und in der Tastatur sind noch die ersten originalen Batterien
Nun noch den Lüfter im Deckel anschliessen und den Deckel festschrauben => fertig







Kosten
Wir erinnern uns => billig sollte es sein
(Preise incl.Versand)
Mainboardbundle/ MB+CPU+Ram ( Bucht ) = 78.-
6000+ Verkauf ( Bucht ) = -50.-
x2 240 Kauf ( planet-elektronik )= 47.-
8GB USB Stick ( Bucht ) = 20.-
SuperCase Gehäuse ( Bucht ) = 30.-
Scythe Big Shuriken ( Forum ) = 19.-
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144.- Euro
Stromverbrauch:
CPU im Bios undervoltet auf 1,2V. Das Board verändert die Spannung als Offset. Standartspannung der CPU ist 1,35V, d.h. Offset ist -0,15V. Volllast hat die CPU damit dann 1,2V und Idle anstatt 1,0V => 0,85V.
GPU im Bios leicht undervoltet genauso der Arbeitsspeicher.
Zusätzliche nichtbenötigte Komponenten im Bios ausgeschaltet.
Power on AC-Loss ist an. Der Rechner wird bei mir mittels Funksteckdose angeschaltet.
CPU Lüfter läuft bei unter 42° auf Minimalumdrehungen ( etwa 600 RPM). Zwischen 42° und 58° steigt die Lüftergeschwindigkeit bis aufs Maximum an.
Bei einem 1080p Film ist die CPU Temperatur konstant bei 49° bei einer Raumtemp von 23° und der Lüfter ist aus 1m Entfernung nicht mehr hörbar
Idle: 29 Watt
normales AVI/Mpeg: 36 Watt
720p: 39 Watt
1080p: 43 Watt
Prime95: 69 Watt
Standby = 3,4 Watt
Mein Fazit
Ich bin mit dem HTPC zufrieden und habe für mich alle Punkte erfüllt. Er ist klein und sieht dezent aus. Im Betrieb ist er unhörbar und schafft auch 1080p HD Material ruckelfrei wiederzugeben. Ein normaler Bootvorgang dauert etwa 1 Minute. Aus dem Energiesparmodus dauert das aufwachen etwa 2 sek.
Dieser Beitrag wurde von dr.cupido bearbeitet: 18. Februar 2011, 14:08

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